Sanfte Bewegung ist der beste Weg, den Rücken schmerzfrei zu halten. Nicht zuletzt wegen zunehmend bewegungsarmen Tätigkeiten im Beruf kommt es immer wieder zu verspannungsbedingten Rückenschmerzen. Dann ist oft guter Rat teuer und der Weg zu rezeptfreien nicht weit. Besser ist auf jeden Fall, wissen Physiotherapeuten, die Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen. Während in solchen Fällen früher oft Schonung oder Bettruhe verordnet wurde, gilt heute der Grundsatz der sanften Bewegung. Soll heißen: Ein den Rückenschmerzen angepasstes physiotherapeutisches Bewegungskonzept ist wichtig, um die Durchblutung zu fördern und Verspannungen zu lösen.

Bei der Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln sollte man sich auf jeden Fall vom Arzt oder Apotheker beraten lassen und auf solche Mittel setzen, die den Schmerz sozusagen an der Wurzel packen. Dagegen sind physiotherapeutische Maßnahmen der bessere Weg, um wieder schmerz- und beschwerdefrei zu arbeiten und zu leben.

Zu den aktiven physiotherapeutischen Ansätzen bei der Behandlung von Rückenschmerzen zählen Krankengymnastik mit anschließendem Bewegungstraining zur Vorbeugung neuer Schmerzen ebenso wie sogenannte Entspannungsverfahren, beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Passive Ansätze sind dagegen manuelle Therapien wie Handgrifftechniken, Massagen zur Lockerung von Verspannungen und Packungen wie Moorpackungen. Die Physiotherapeuten beraten im individuellen Fall kompetent, welche Anwendungen und Therapien in Frage kommen.

Die Krankenkassen geben übrigens Auskunft, welche physiotherapeutischen Maßnahmen übernommen werden und bieten im Detail sogar spezielle Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken an. Auch Akupunktur kann gute Erfolge zeitigen, um Rückenschmerzen wirksam zu begegnen. Keine schlechte Entscheidung ist in diesem Zusammenhang auch, nach verordneter Krankengymnastik weiterhin etwas für einen gesunden Rücken zu tun, damit durch eine stabile Rücken- und Bauchmuskulatur das Risiko für erneute Rückenprobleme gemindert wird. Gleiches gilt für einen rückenfreundlichen Alltag mit entsprechenden Bewegungsabläufen für Stehen, Heben und Tragen.

Und nicht zuletzt sollte man auch auf rückenfreundliches Schlafen achten, um den Rücken optimal zu betten. Dazu gehört die Wahl der richtigen Matratze ebenso wie die Kissenhöhe und die Schlafposition. Bewährt hat sich dabei eine seitliche Position mit angewinkelten Beinen, um die S-Form der Wirbelsäule optimal zu unterstützen. mhr