Das lange Warten ist bald vorbei: Am Donnerstag, den 13. August, wird Bürgermeisterin Angela Hofmann um 19 Uhr das 437. Freischießen – Kronachs fünfte Jahreszeit – im Schützenstadl eröffnen. Erneut dürfen sich alle Besucherinnen und Besucher auf einen großen modernen Vergnügungspark freuen sowie auf stimmungsvolle Unterhaltungsmusik in den Bierhallen mit beliebten Kapellen. Auch der traditionelle Schützenauszug, der Kinderumzug, das Brillantfeuerwerk, das Schießprogramm und die Königsproklamation finden wieder statt.

Die Schützengesellschaft Kronach gehört zu den ältesten Deutschlands. In einer Aufzeichnung des Deutschen Schützenbundes wird das Jahr 1344 angegeben. Untrennbar mit der Schützengesellschaft verbunden ist das Kronacher Freischießen, eines der größten und ältesten Volksfeste in Franken und eine der ältesten Traditionen des Frankenwaldes. Es wird seit 1588 abgehalten und findet in der über 1.000 Jahre alten Geschichte der Stadt Kronach nunmehr schon zum 437. Mal statt. Anstelle der früher nur für das Fest aufgebauten einfachen Reisighütten wurden 1910 drei feste Bierhütten gebaut. Die beiden jetzt bestehenden Bierhallen wurden 1971 und 1972 errichtet und später um Außenbereiche erweitert.

Der Schützenauszug, der am ersten Freischießen-Sonntag vom Rathaus auf die Hofwiese zieht und dabei immer Tausende Zuschauer anlockt, hat ebenfalls lange Tradition. Mindestens seit 1868 findet dieser Auszug statt. Das erste Fest nach dem 2. Weltkrieg war 1948; ein Schießbetrieb war aber noch nicht erlaubt. Nicht vergessen darf man auch den Kinderzug, in dem alljährlich zahlreiche Kinder in ihren Gruppen und Wägen mit etlichen Musikkapellen vom Rathaus zur Hofwiese ziehen. Die Kinder des Festzuges beteiligen sich anschließend mit großem Eifer am Armbrustschießen auf Adler und Schwan, wobei schöne Preise gewonnen werden können. Die Kinder von Mitgliedern der Schützengesellschaft schießen um die Würde des Vogelkönigs und der Schwanenkönigin. Die Jungen schießen schon seit 1928 auf den Adler, die Mädchen seit 1987 auf den Schwan.

Der Platz hat wie immer bereits zur Bierprobe am 13. August geöffnet und wird damit viele Besucher frühzeitig auf den Festplatz locken. Erneut bieten sich wieder viele bekannte sowie ganz neue Attraktionen für alle Generationen – Spektakuläres, aber auch schon für die jüngsten Gäste. An Fahrgeschäften dürfen sich alle Freischießen-Fans in diesem Jahr auf Publikumsmagnete wie die „Wilde Maus“ und das rasante „Flip Fly“, aber auch wieder auf spannende Neuerungen freuen. Abermals können in verschiedenen Losbuden, darunter auch im traditionellen BRK-Glückshafen, schöne Preise gewonnen werden.

Kulinarisch erwartet die Besucher die traditionellen Freischießen-Spezialitäten – von Bratwürsten und Zwiebelsteaks über Haxen und Hähnchen bis hin zu Pizza, Brezen und Fischspezialitäten; wie auch ganz neue Kreationen. Die Liebhaber süßer Leckereien kommen natürlich ebenfalls auf ihre Kosten. Erstmals nach vielen Jahren – manche mögen sich noch an den legendären „Alfredo“ mit „Gurken su grouß wie a Torpedo“ erinnern – gibt es auf der Kronacher Hofwiese wieder Gurken. Der „Gurken-Schorsch“ Georg Bernhardt aus Nürnberg bietet – neben Salz-, Gewürz-, Knoblauch-, Chili- und Dill-Zwiebel-Gurken – beispielsweise auch Schmalz-, Schnittlauch-, Obatzter- und Zwiebelmett-Brote an. Ebenfalls neu dabei ist in diesem Jahr „Haxn Liebermann“ als Nachfolger von „Grebners Brathaus“. Der Familienbetrieb aus Nürnberg mit Wurzeln in Kronach – die Mutter der Geschäftsführerin Annette Stahlmann stammt aus Kronach – setzt sowohl auf Klassiker mit Haxen in verschiedenen Variationen als auch auf ausgefallenere Essensangebote, auch vegetarischer Art. Fast schon Kultstatus hat vor allem der nach einem wohlgehüteten Familienrezept zubereitete Kartoffelsalat. Im Schützenhaus wird erstmals das Team um Sternekoch Domenik Alex und seiner Partnerin Madlen Häckel an allen Freischießen-Tagen für die Speisekarte verantwortlich sein. Dabei wird kulinarische Tradition auf moderne Finesse treffen. Gleichgeblieben ist der Preis für die Maß Schützenfestbier, die auch in diesem Jahr für 11,20 Euro zu haben sein wird.

Neben den kulinarischen Genüssen locken die Konzerte verschiedener Musikkapellen, deren Spektrum von volkstümlich bis konzertant reicht. Vertreten ist abermals die „Big Bonn Special“-Jazz-Group, die am Samstag, den 15. August – Feiertag „Mariä Himmelfahrt“, im Musikpavillon am Schützenhaus aufspielen wird. Sehr freut man sich in diesem Jahr wieder auf das Luftwaffenmusikkorps Erfurt, das – ebenfalls im Musikpavillon am Schützenhaus – ab Sonntag, den 16. August, an allen Festtagen sein treues Stammpublikum unterhalten wird. Die Unterhaltung im Schützenstadl erfolgt nunmehr unter Regie von Marco „Kuni“ Kotschenreuther. Der Neufanger setzt auf ein „back to Blasmusik“ überwiegend mit unseren heimischen Blaskapellen aus dem Landkreis Kronach. Aus dem Nachbarlandkreis wurden für die Bierprobe die Islinger Musikanten verpflichtet. Los geht es jeweils um 19 Uhr. Nur zur Bierprobe am 13. August wird bereits ab 18.30 Uhr aufgespielt. Am 18. und am 23. August wird zudem nachmittags musiziert – einmal zur Premiere einer Kinderdisco sowie am letzten Festtag.

Die Attraktionen und Genüsse werden das größte Volksfest der Region sicherlich wieder zum Anziehungspunkt vieler Tausend Menschen machen. Voll in Trend liegt nach wie vor Tracht; haben sich doch Dirndl und Lederhosen längst das modische Zepter auf dem „Fest der Feste“ erobert.

Alle Festfreunde sind herzlich zu frohen und vergnügten Stunden auf dem Kronacher Freischießen 2026 eingeladen. hs