Familien in Bayern bewegen sich zu wenig – so lautet ein wesentliches Ergebnis der AOK-Familienstudie 2018. Danach bewegen sich 40 Pro-zent der befragten Eltern zwar täglich mit ihren Kindern, doch für jede dritte Familie spielt körperliche Aktivität in der Freizeit kaum eine Rol-le. Ein Grund könnte der zeitliche Stress von Eltern sein, den 39 Pro-zent der Befragten als größten Belastungsfaktor ansehen. Nahezu identische Ergebnisse ergab die Befragung der Eltern für ganz Deutschland. „Unsere Gesellschaft leidet immer mehr an Überge-wicht und Bewegungsmangel, die Ergebnisse sind ein klares Alarm-signal“, sagt Frank SchnabelBewegungsfachkraft bei der AOK-Di-rektion Coburg. So gaben weniger als die Hälfte der Befragten an, mit ihren Kindern in der Freizeit zu Fuß zu gehen, Rad zu fahren oder Sport zu treiben. „Viele Eltern haben Vorbildfunktion für ihre Kinder, gerade was Bewegung angeht“, so Frank Schnabel.

Bewegte Familienzeit nützt allen

Es ist kein Geheimnis: Sind Eltern und Kinder einmal oder sogar mehr-mals täglich gemeinsam körperlich aktiv, geht es den Kindern besser und sie leiden viel seltener unter Beschwerden. „Häufige gemeinsame Bewegung der Eltern mit ihren Kindern beugt kindlichem Überge-wicht vor und vermindert die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch Stress bei Kindern“, erklärt Frank Schnabel. Dabei ist schon viel gewonnen, wenn man alltägliche Wege wie den Schul- oder Einkaufsweg aktiver gestaltet. Zusätzlich kann man vor allem in der wärmeren Jahreszeit am Wochenende ausgedehnte ge-meinsame Aktivitäten im Freien einplanen. Frank Schnabelempfiehlt, Elternsport und Kinderbewegung zu kombinieren. Viele Kinder möch-ten gerne dabei sein, wenn die Eltern joggen gehen, können aber das Tempo nicht durchhalten oder finden es schnell langweilig. Daher eignen sich Strecken, wo die Kinder mit Rad, Roller oder Inlinern ne-benher fahren können. „Wenn die Eltern gemeinsam mit den Kindern laufen, sollte es hingegen möglichst abwechslungsreich zugehen, zum Beispiel mit Wettrennen, Gehstrecken und spielerischen Ele-menten“, rät Frank Schnabel.