Kinderarzt prägte im 18. Jahrhundert den Begriff
Die Bezeichnung Orthopädie wurde 1741 von Nicolas Andry de Boisregard, einem Kinderarzt in Paris, erstmals verwendet. Das Wort setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen, und zwar „aufrecht“ und „Ausbildung/Entwicklung“. Das bedeutet also so viel wie „die Lehre der rechten Entwicklung“. Andry hat vor allem die Vermeidung von Spätfolgen nach Haltungsschäden von Kindern im Auge gehabt und empfahl Verkrümmungen der Wirbelsäule und der Beine durch Schienen zu korrigieren. Dieser Vorschlag war revolutionär, denn bis dahin galten so genannte „Verkrüppelungen“ von Gott gegeben und kaum beeinflussbar. Andry verglich die Aufgabe des Orthopäden mit der eines Gärtners, der einen verwachsenen Baum an einen kräftigen Pfahl anbindet. Das Standessymbol der Orthopädie, so wie es 1741 erstmals verwendet wurde, ist ein kleines Bäumchen, dessen Stamm nicht ganz gerade gewachsen ist und zur vorsichtigen Wuchslenkung an einen Stab gebunden wird. Alle orthopädischen Fachgesellschaften weltweit wählen seitdem dieses Symbol als Standessignum.Nach dem Bereich der Medizin, der sich der geraden Körperentwicklung des Kindes annahm erweiterte sich das Tätigkeitsgebiet auf die Versorgung von verformten Gliedmaßen und den Ersatz von fehlenden Gliedmaßen. Hier war der Schwerpunkt auf der Versorgung von Kriegsverletzten. Gerhard Küntscher war ein deutscher Chirurg, der die Marknagelung während des 2. Weltkriegs erfand. Mit Lorenz Böhler und den Belgiern Robert Danis und Albin Lambotte gehört er zu den Pionieren der Unfallchirurgie.
Zahlreiche Berufszweige
Die Orthopädie beschäftigt sich mit der Erkrankung vom Knochen, Gelenk, Muskel, Sehnen, Bändern, Schleimbeutel, Gefäßen und Nerven. Sie ist das Tätigkeitsfeld des Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie, das sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Form- oder Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates, also der Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen, sowie mit der Rehabilitation der Patienten befasst. Die orthopädische Behandlung bedient sich unter anderem chirurgischer Verfahren (beispielsweise Prothesenchirurgie), der Physiotherapie, der orthopädischen Schmerztherapie, der physikalischen und medikamentösen Arthrose-Behandlung und im Bereich der Technischen Orthopädie der Orthopädietechniker und Orthopädieschuhtechniker zur Anpassung von Hilfsmitteln (beispielsweise Einlagen für Schuhe, Schuhzurichtungen und orthopädische Schuhe, sowie Prothesen und Orthesen). In der Neuzeit wird die orthopädische Ausbildung auf die Unfallchirurgie mit allen gängigen Operationen eingeschlossen. Somit sind die beiden Fächer Orthopädie und Unfallchirurgie eng mit einander verbunden.
che