Ein Lächeln liegt auf den Lippen von Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan und Sonnebergs Bürgermeister Dr. Heiko Voigt bei der Abschlusskonferenz zum “Tag der Franken”. Die Stadtoberhäupter und alle anderen Beteiligten haben auch wirklich allen Grund zur Freude: Der erste länderübergreifend gefeierte Tag der Franken hat eine Vielzahl an Rekorden gebrochen und lockte mehrere Tausend Besucher nach Neustadt bei Coburg und Sonneberg. “Mehr als ein Jahr haben wir auf dieses Ereignis hingearbeitet und nun können wir auf ein fröhliches Fest zurückblicken und ein durchweg positives Fazit ziehen”, sagt Dr. Heiko Voigt.

Gemeinsamkeiten, die jede Trennung überdauern


Dass dieses Großereignis gefeiert werden konnte, ist angesichts der jahrzehntelangen Trennung von Ost und West – und damit auch von Sonneberg und Neustadt – nicht selbstverständlich. Bezirksheimatpfleger Professor Dr. Günter Dippold erinnert in seiner Rede beim Festakt zum Tag der Franken an die Euphorie vor gut 30 Jahren, als Sonneberger an der Gebrannten Brücke endlich wieder Fuß auf Neustadter Boden setzen durften. Er wisse aber auch, dass so ein Hochgefühl im Alltag nicht anhalten kann. “Trotzdem dürfen wir nie aus dem Blick verlieren, was uns da vor 30 Jahren geschenkt worden ist”, mahnt er.
Auf die Entwicklung, die seitdem stattgefunden hat, dürfen beide Städte stolz sein: “Hier wächst zusammen, was zusammen gehört – und das nicht, weil es verordnet worden wäre.” Vielmehr seien es die wirtschaftliche und familiäre Bande und der gemeinsame Glaube gewesen, die die seit 1735 zwischen Sonneberg und Neustadt verlaufende Landesgrenze unbedeutend machten. Vieles davon habe auch die Zeit der deutschen Teilung überstanden – das merkten die Neustadter noch am Tag, als sich die innerdeutsche Grenze öffnete. “In den Jubel mischte sich freudiges Erstaunen und die Neustadter stellten fest: ‘Die reden ja genauso wie wir!'”, erzählt Professor Dr. Günter Dippold.

Franken als Wiege von Tradition und Wandel


Auch kulinarisch seien Sonneberg und Neustadt immer verbunden geblieben, so der Bezirksheimatpfleger weiter. Nach wie vor werden, wie in der Zeit um 1810 in Effelder niedergeschrieben, in vielen Haushalten noch immer “jeden Sonntag Glöse von Erdäpfeln mit Fleisch gegessen”. Der Kloß zeige weiterhin auch die wichtigsten Charakteristika von Franken: “Er spiegelt die Vielgestalt von Franken, denn es gibt ihn mit und ohne ‘Bröckala’, als formstabile Kugel und, wie hier, in die Horizontale strebend.” Gleichzeitig sei er Zeugnis für die Innovationskraft Frankens. “Anders als in anderen Regionen, wo bis heute wie im Mittelalter die Klöße aus altem Backwerk geformt werden, nehmen wir die ursprünglich aus den Anden kommende und zunächst als bloße Zierpflanze genutzte Kartoffel für unsere Klöße”, erklärt er. Diese Vielfalt und Weltoffenheit betonte auch Innenminister Dr. Joachim Herrmann bei seiner Festrede. Allein das Motto “Gemeinsam. Fränkisch. Stark” zeige schon, wo Frankens Stärken liegen: “Traditionsbewusste Menschen, die hoch erfolgreich handeln und eigenverantwortlich leben – als stolze Franken, als heimatverbundene Bayern und Thüringer, als weltoffene Deutsche und Europäer.” Franken, so Herrmann weiter, sei “eine der schönsten und ältesten Kulturregionen in ganz Europa” und die Franken seien der “Motor auf dem Weg in die Zukunft”. Dass Sonneberg und Neustadt heute so eng miteinander kooperieren, macht sie zu einem “leuchtenden Vorbild für Zusammenhalt und Solidarität”.

Heiteres Fest, positive Effekte


Die Besucher bestätigten, was Joachim Herrmann in seiner Rede lobte. “Am ‘Tag der Franken’ wurden wir unglaublich oft angesprochen, weil uns Besucher sagen wollten, dass wir ein wirklich tolles Fest auf die Beine gestellt haben und wir uns in mit der Kooperation auf dem richtigen Weg befinden”, erzählt Frank Rebhan.  Auch Dr. Heiko Voigt erreicht Lob. “Über die sozialen Medien bedanken sich viele für dieses tolle Fest”, sagt er. Die vorher gesteckten Ziele habe der “Tag der Franken” alle erfüllt. Besonders freue die Stadtoberhäupter, dass sowohl Joachim Herrmann als auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Hilfe bei der weiteren Kooperation angeboten haben.
“Wir wollten, dass Neustadter und Sonneberger zusammenkommen und nicht nur in ihrer Stadt feiern – die Pendelzahlen zwischen den Städten bestätigen das”, erklärt Regionalmanager Stefan Hinterleitner. Dass die Besucher auf dem Tag der Franken Spaß hatten, sei auch den Vereinen und ihrem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken: “Das Programm wurde dadurch erst authentisch.”