Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner im Gespräch

Susanne Grebner ist seit 1. Mai 2014 Bürgermeisterin in der Großgemeinde Wilhelmsthal. Mit überzeugender Mehrheit konnte sie ihren Amtsvorgänger Wolfgang Förtsch ablösen 

Mit Ihrem Amtsantritt zum 1. Mai wollen Sie auch frischen Wind in die Gemeinde bringen. Was sind Ihre Ziele für die Großgemeinde Wilhelmsthal?
Grebner: Ich werde nicht einzelne Aufgaben aufzählen, die wir wahrlich genügend vorzuweisen haben, von z. B. vom Straßenbau über Kanalsanierungen bis zu Spielplätzen oder Breitbandversorgung. Dies muss getan werden. Mein erstes wich-tiges Ziel ist es, ein gutes, transparentes und ehrliches Miteinander im Gremium und in der Bevölkerung aufzubauen. Unsere Gemeinde braucht auch nach außen hin wieder eine positive Wirkung. Zudem möchte ich unsere Großgemeinde nicht nur verwalten, sondern auch gestalten. Es ist mir bewusst, dass dies finanziell nicht ganz einfach werden wird, aber Visionen gehören meiner Meinung nach zum Leben, denn wer nicht wagt, kann nicht gewinnen.

Sie sitzen seit 18 Jahren im Gemeinderat. Wird es schwer, die nötige Anerkennung und den Respekt von anderen lang-jährigen Weggenossen, beson-ders aus Parteien, die Ihnen nicht so wohl gesonnen sind, zu erhalten?
Grebner: Ein klares „NEIN“! Die ersten Wochen meiner Amtszeit haben mir dies schon bestätigt. Zu ihrer Fragestellung „nicht so wohl gesonnen“ möchte ich kurz ein paar Worte sagen: Jeder Mensch hat seine eigene Persönlichkeit und man muss dies anerkennen und lernen damit umzugehen. Man kann nicht mit jedem Gut-Freund sein, aber der Anstand gebietet einen guten Umgang als Gemeinderatsmitglied. Ich kann aus meiner Sicht nur so viel dazu sagen, dass mir in den letzten 18 Jahren immer viel Respekt und Anerkennung von meinen Gemeinderatskolleginnen und Kollegen, auch überparteilich, entgegen gebracht wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dies nun ändern wird, nur weil ich jetzt die Bürgermeisterin bin. Ganz im Gegenteil, ich habe über viele Jahre hinweg miterleben dürfen oder müssen, wie es nicht laufen sollte und habe nun die Chance es besser zu machen, auch im Namen und zum Wohle meiner langjährigen Wegbegleiter.

Auch in der Großgemeinde Wilhelmsthal gibt es mehr Weg-züge als Zuzüge. Was wollen Sie gegen den demografischen Wandel tun? Auch, um die Bevölkerungsstruktur wieder zu verjüngen und junge Menschen zu bewegen, in der Region zu bleiben oder nach Studium und Ausbildung hierher zurückzukehren, Stichwort: Familienfreundlichkeit?
Grebner: Junge Familien brauchen bestimmte Faktoren für einen guten Ablauf ihres Familienlebens. Krippenplätze, Kindergarten, Grundschule mit Mit-tagsbetreuung, günstiges Bauland und schnelles Internet sind mit die wichtigsten Entscheidungsfaktoren von jungen Familien. Um diese zu erfüllen, muss unsere Gemeinde die Voraussetzungen bereit stellen. Wir sind hier gut aufgestellt und ich werde mich dafür einsetzen, dass auch die noch nicht optimal vorhandenen Faktoren, z. B. Bauland, Breitband, umgehend umgesetzt werden. Es ist auch wichtig, durch Öffentlichkeitsarbeit den jungen Menschen aufzuzeigen, wie viele Vorteile es gibt, wenn man auf dem Land lebt. Gutes Vereinsleben mit Freizeitangeboten für Jung und Alt. „Miteinander leben“ ist sicher erstrebens-werter als die „Anonymität“ in den Großstädten. Hier kann man sich noch ein Häuschen mit Garten leisten und hat dadurch, meiner Meinung nach, eine viel höhere Lebensqualität, gerade für Familien mit Kindern.

Sie haben die ersten 70 Tage als Bürgermeisterin erlebt. Kleines Fazit.
Grebner: Bis jetzt nur „Positiv“. Meine neue Aufgabe bereitet mir sehr viel Freude. Bis jetzt hatte ich eigentlich nur positive Erlebnisse. Von den Bürgerinnen und Bürgern werde ich sehr herzlich angenommen und ich fühle mich sehr wohl und akzeptiert in meinem neuen Amt.

Das Gespräch führte Herbert Schellberg