Das Faschingstreiben kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Bereits vor etwa 5.000 Jahren feierten Menschen in Mesopotamien das Frühlingserwachen, was als Vorläufer der heutigen Faschingsfeste gezählt wird. Vorchristliche, keltische Völker verkleideten sich als unheimliche Gestalten, um die bösen Geister des Winters auszutreiben. Und bereits im frühen Christentum gipfelten rauschende Feste in der Zeit vor Aschermittwoch, bevor die 40tägige Fastenzeit bis Ostern begann.

Heute sind vor allen Dingen Prunksitzungen beliebt, bei denen Gardetänzerinnen akrobatische Meisterleistungen zeigen und herzhaft gelacht werden kann. Wer hier dabei sein will, muss sich schon früh Karten reservieren: Die Veranstaltungen der regionalen Faschingsvereine sind besonders schnell ausgebucht. Wer keine Eintrittskarten bekommen hat, muss aber nicht traurig sein: Immerhin gibt es jedes Jahr die beliebteste fränkische Prunksitzung im Fernsehen zu bewundern: Die „Fastnacht in Franken“, also die Prunksitzung des Fastnacht-Verband Franken, wird am 22. Februar live aus Veitshöchheim übertragen und bringt beste Faschingsstimmung direkt nach Hause aufs Sofa. Der Zuschauer darf sich wie jedes Jahr auf die Auftritte vom Kabarettist und „Dreggsagg“ Michl Müller, Bauchredner Sebastian Reich mit der Nilpferddame Amanda und natürlich das unschlagbare Comedy-Duo Volker Heißmann und Martin Rassau freuen. Nur eines wird in diesem Jahr anders sein: CSU-Politiker Markus Söder, der in den letzten Jahren in aufwendigem Kostüm in Veitshöchheim zu Gast war, wird der Prunksitzung als Ministerpräsident von nun an nur noch im Anzug beiwohnen. Der Zuschauer zu Hause wird das aber verschmerzen können – vor allen Dingen dann, wenn ein Teller voll leckerer Faschingskrapfen für den heiteren TV-Abend bereitsteht.