
405 junge Leute haben mit Bestehen der IHK-Abschlussprüfungen ihre gewerblich-technische bzw. kaufmännische Ausbildung erfolgreich beendet. Zur Verabschiedung der Absolventen kamen neben den ehemaligen Auszubildenden auch deren Ausbilder, Eltern sowie hohe Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Kongresshaus zusammen. In diesem Rahmen wurden die Prüfungsbesten mit Prämien und Urkunden ausgezeichnet. Die Staatsministerin im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, gratulierte als Festrednerin den jungen Fachkräften zu ihrem Erfolg. „Sie können auf das Erreichte stolz sein und sich mit Ihrer Berufsausbildung überall sehen lassen.“ Huml lobte die Qualität des dualen Systems: „Praxis und Theorie zusammenzubringen ist wirklich gut!“ Sie dankte Ausbildungsbetrieben, Lehrkräften und Prüfern für die engagierte Arbeit, aber auch Familien und Freunden der Absolventen für deren Unterstützung.

„Sie sind der engagierte, lernbereite und belastbare Nachwuchs, der in unseren Betrieben gebraucht wird“, wandte sich IHK-Präsident Friedrich Herdan in seiner Laudatio an die Absolventen. Mit ihren in den letzten Jahren erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten seien sie für die Herausforderungen ihres Berufsalltags bestens gerüstet. „Vertrauen Sie künftig durchaus selbstbewusst auf das eigene Know-how und Ihre professionelle Kompetenz, die Ihnen mit der dualen Berufsausbildung vermittelt wurden“, betonte Präsident Herdan. Der Wirtschaftsraum Coburg biete beste Perspektiven für die „Karriere mit Lehre“. Herdan warb für die duale Berufsausbildung als optimaler Einstieg in ein erfüllendes Berufsleben mit vielfältigen Entwicklungs- und Karriereperspektiven und allen Möglichkeiten der fachlichen, aber auch akademischen Weiterentwicklung. Er appellierte, die duale Ausbildung als Alternative zu Abitur und Studium noch stärker in der Gesellschaft zu verankern.

Friedrich Herdan dankte für das beeindruckende Ausbildungsengagement der Coburger Wirtschaft. Wenn der IHK-Bezirk Coburg bayernweit stets einen Spitzenplatz mit Zuwächsen trotz rückläufiger Schulabgänger bei neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen einnehme, sei das auch Ergebnis und Verdienst der herausragend funktionierenden, symbiotischen Verbindung zwischen Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben und IHK. Dennoch falle es den Unternehmen immer schwerer, den Bedarf an Fachkräften zu decken. Gefordert seien deshalb neben der Stärkung des dualen Ausbildungsmodells auch neuartige Denkansätze und Konzepte, beispielsweise bei der Erschließung bislang ungenutzter Potenziale, insbesondere durch Einbindung von Studienabbrechern in das duale System, Ausbildung und Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, Qualifizierung Jugendlicher ohne Ausbildungsreife, Schaffung von familienfreundlichen Arbeitsplatzbedingungen, aber auch Zuwanderung qualifizierter Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt.
Als Erfolgsbeispiel führte Präsident Herdan das bundesweit einzigartige IHK-Kombimodell „1+3“ zur Ausbildung und Integration junger Geflüchteter an. Das integrative Konzept aus Spracherwerb kombiniert mit dem Besuch der Berufsschule und der Ausbildung im Betrieb ist so überzeugend, dass sich bereits bundesweit Unternehmen und Wirtschaftskammern für das Coburger Pilotprojekt interessieren. Zwei Stunden vor der Veranstaltung wurde die IHK zu Coburg für das Pilotprojekt von der Regierung Oberfranken ausgezeichnet. Präsident Herdan freute sich darüber und wertete die Auszeichnung als Beweis dafür, mit dem Projekt auf dem richtigen Weg zu sein.
Die Schulleiterin der Kaufmännischen Berufsschule, Oberstudiendirektorin Martina Borcherding, überbrachte in ihrem Grußwort die Glückwünsche der Kollegien der beiden Coburger Berufsschulen. Sie dankte ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben. Die duale Berufsausbildung bezeichnete sie als „solides Fundament für den weiteren beruflichen Werdegang“.
Florian Balke, Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei Prodinger OHG, würdigte im Namen der Absolventen das große Engagement in der dualen Ausbildung in den Betrieben, bei deren Ausbildern und den Berufsschullehrern.
48 Prüflinge haben ihre Abschlussprüfung mit der Gesamtnote sehr gut absolviert. IHK-Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel überreichte die IHK-Prämien und Urkunden.
Die musikalische Umrahmung der Feierstunde übernahm der Pianist Erik Konietzko. Die Schauspieler Stephan Mertl und Frederik Leberle vom Landestheater Coburg stellten in Sketchen mündliche Abschlussprüfungen nach. Durch das Programm führte Thomas Apfel von Radio EINS. Industrie- und Handelskammer zu Coburg