„Auf geht´s, eine Runde laufen wir noch“, spornen sich an diesem sonnigen Donnerstag-Vormittag die Schüler und Schülerinnen der fünften Jahrgangsstufe an. Schließlich bringt jede der 2,5 km langen Runde Geld. Dafür haben die Fünftklässler wie auch die Sechstklässler, die einen Tag später gleichenorts ihre Laufschuhe für den guten Zweck schnürten, im Vorfeld gesorgt, hatten sie doch mit ihrer Verwandtschaft pro Runde verschiedene Sponsoring-Preise „ausgehandelt“. Dafür rackerten sich alle 125 Teilnehmer – 76 Fünftklässler sowie 49 Sechstklässler – dann auch ab. Unermüdlich legten diese Meter für Meter, Runde um Runde – teils ins Turbogeschwindigkeit, teils in eher gemächlichem Tempo – zurück. Die Stimmung war hervorragend und beflügelte so manches bislang unentdecktes Lauftalent zu noch mehr Ehrgeiz. Zugleich begab sich eine Wandergruppe auf einen etwa zehn Kilometer langen Weg zur Festung.

 

Weit über 30.000 zurückgelegte Kilometer und erzielte Spendengelder in Höhe von weit mehr als 50.000 Euro – Es sind beeindruckende Zahlen, die der Sponsorenlauf der RS II seit seinem Bestehen vorzuweisen hat. Heuer kamen noch einmal stolze 1.505 km hinzu. Eine besondere Motivation für die Starter war in diesem Jahr, dass Direktor Uwe Schönfeld selbst aktiv am Lauf teilnahm und sehr gute 15 km zurücklegte. Noch etwas mehr Kilometer schaffte der Lehrer Felix Mayerhöfer. Der derzeit weltweit schnellste Marathon-Finisher im Anzug legte an beiden Tagen insgesamt 55 km zurück – dieses Mal aber nicht im Anzug, sondern im Lauf-Dress. Doch der Nachwuchs steht schon – im wahrsten Sinne des Wortes – in den Startlöchern.

 

So war am Donnerstag Luis Deckelmann mit hervorragenden 22,5 km bester Fünftklässler – eine Super-Laufleistung, die einen Tag später von den Sechstklässlern Oliver Schubert, Aron Brunner, David Stöcker und als bestes Mädchen Patricia Skall ebenfalls gemeistert wurde. Wie aber schafft man eine solche Leistung? Alle sind sich einig, dass man beim Laufen die Kräfte gut einteilen müsse und die richtige Lauf- und Atemtechnik wichtig sei. Luis hat sein Lauf nicht so wahnsinnig viel ausgemacht. Der elfjährige Nordhalbener, der in der D-Jugend des JFG Oberes Rodachtal als Mittelfeldspieler und Stürmer kickt, hatte sich eigentlich zehn Runden á 2,5 km vorgenommen, also sprich eine Runde mehr. Die zehnte Runde konnte er nicht mehr absolvieren – nicht, weil seine Kraftreserven nicht mehr gereicht hätten, sondern weil schlicht und einfach die Zeit schon zu weit fortgeschritten war. „Man darf nur kurze Pausen machen, um etwas zu trinken, und muss immer gleichmäßig weiterlaufen“, rät Luis.  Den Sponsoren-Lauf erachtete er als eine sehr gute Sache. Wenn es für den guten Zweck sei, strenge man sich noch mehr an als sonst.

 

Billig wird das für viele Sponsoren nicht – angesichts einer an beiden  Tagen erreichten Gesamtkilometeranzahl von 1.505 km. „Viele der Teilnehmer sind bis an ihre Leistungsgrenze gegangen, um anderen Menschen in Not helfen zu können. Das verdient größten Respekt – egal, ob man nun zu den Besten gehört oder nicht. Einige haben sich eine bestimmte Spendensumme, beispielsweise 100 Euro, vorgenommen und dann ausgerechnet, wie viele Runden sie dafür laufen müssen – und das haben sie dann irgendwie geschafft“, meinte ein sichtlich stolzer Ralf Müller, der damals den Benefizlauf an der RS II ins Leben gerufen hatte, um hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen, und bis heute dafür als Hauptorganisator verantwortlich zeichnet.

 

Voll des Lobes zeigt sich der Beratungslehrer auch über den tüchtigen – 17 Schüler/-innen umfassenden Schulsanitätsdienst – sowie den eigens für den Sponsorenlauf gegründeten Arbeitskreis. Das Helferteam, bestehend aus 14 Schüler/-innen der achten Klassen, übernahm die Betreuung und Info der Klassen; kümmerte sich um die Datenverarbeitung und sicherte die Laufstrecke ab. Somit habe die Hilfsaktion auch einen positiven Nebeneffekt – nämlich die Förderung sozialer Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein. Weiter dankte er der Firma Omnibus-Buckreus für den Fahrdienst.

 

Die diesjährigen Spenden sind noch nicht abgerechnet. Aufgrund der starken Laufleistung ist aber von einer ebenso starken Spendensumme auszugehen. Die Schüler werden nach Erhalt der Bestätigung ihrer Laufleistungen bei ihren Sponsoren die versprochene Belohnung einsammeln. Über die Verwendung der Spenden werden die Jungen und Mädchen wieder selbst entscheiden. Per Abstimmung wird entschieden, wohin wie viel des erlaufenen Geldes gespendet wird. Hierüber wird noch gesondert berichtet. Zudem werden die ausdauerndsten Sportskanonen wie auch die besten Spendensammler im Rahmen einer kleinen Feier besonders geehrt. Aber auch alle anderen sind Sieger; haben sie doch ein großes Herz für ihre Mitmenschen auf der ganzen Welt gezeigt. hs

 

Beste Ergebnisse: 22,5 km: 5. Klassen: Luis Deckelmann (5c), 6. Klassen:

Oliver Schubert (6a), Aron Brunner (6c), Patricia Skall (6c), David Stöcker (6c), 20 km:5. Klassen: Kevin Butakov (5d), Sipho Doppel (5d), Timo Kapustjanski (5b), Louis Müller (5c), Benjamin Rang (5d), Lukas Thümlein (5d), Niklas Wich (5d), Maximilian Zapf (5d), 6. Klassen: Johannes Schütz (6c), Philipp Weiß (6c), 17,5 km: 5. Klassen: Bastian Fritz (5d), Jakob Fischer (5d), Nick Haderdauer (5d), Jasmin Reißig (5b), Hannes Richter (5d), 6. Klassen: Fabio Müller (6c), Dustin Renk (6c), Luan Vogel (6a), Statistik: Gesamtteilnehmerzahl: 125, Gesamtkilometerzahl: 1.505, 5. Klassen: Teilnehmende Schüler/-innen: 76, Gesamtkilometerzahl: 867,5, 6. Klassen: Teilnehmende Schüler/-innen: 49, Gesamtkilometerzahl: 637,5

 

Bild (Ralf Müller): Sie waren voll in Fahrt. Am Donnerstag und Freitag ging der Sponsorenlauf der RS II in seine 14. Runde.