„Roter Ochse“ in Mupperg im Beisein von Ministerpräsidentin Lieberknecht eingeweiht

Mit einem strahlenden Lachen und der sichtbar von ihm weichenden Anspannung begrüßte Bürgermeister Roland Rosenbauer am Samstag, den 7. September Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im neuen „Roten Ochsen „ in Mupperg. Diese war der Einladung von Roland Rosenbauer, „Bürgermeister der Unterlandgemeinde“ gefolgt, um mit diesem und der Bevölkerung das neue Schmuckstück des Ortes, das denkmalgeschützte Haus, nach seiner Sanierung als Treffpunkt der Generationen feierlich an die Mupperger Vereine zu übergeben. Zahlreiche Ortsbewohner waren gekommen, um „ihre“ Ministerpräsidentin zu empfangen. Für einen Politiker ungewöhnlich fuhr die Limousine mit Glockenschlag von der benachbarten Kirche, am „Roten Ochsen“ vor. Mit viel Beifall wurde die Ministerpräsidentin begrüßt. Sie zeigte sich erfreut und nahm die Sonnenblumen der Moggerer Landkinder entgegen und hatte für jedes Kind ein dankendes Wort. Christine Lieberknecht ist Theologin und weiß mit „ihren Schäfchen“ umzugehen. Bürgermeister Rosenbauer erläuterte kurz einen geschichtlichen Abriss, zu dem sich in strahlenden Sonnenschein präsentierenden saniertem Gebäude. Christine Lieberknecht zeigte sich beim Rundgang durch das Haus, von dem was Rosenbauer ihr zeigen konnte, beeindruckt. Vom Kellergewölbe bis hoch zum großen Saal ist alles unter Denkmalschutz berücksichtigter Bauweise saniert und restauriert worden.

Aus den örtlichen Analen geht hervor, dass das Haus im Jahr 1489 erbaut wurde. Neben einer Gastwirtschaft wurde auch eine Fleischerei betrieben. Die großen Haken an den Wänden im Kellergewölbe zeugen von der Nutzung als Schlachthaus. In jüngerer Zeit wurde der „Rote Ochse“ als Schulturnhalle und vom örtlichen Kindergarten genutzt. Doch es gab immer Bestrebungen das Gebäude wieder als Treffpunkt für die ganze Gemeinde zu nutzen. Besonders Bürgermeister Roland Rosenbauer sah es als seine Aufgabe hier wieder Leben rein zu bringen. „Es soll hier wieder menscheln“, betonte der Bürgermeister, dessen Engagement an den Satz des römischen Philosophen erinnert: Eine ernste schwierige Sache ist wahre Freude. Das Architekturbüro Greiner aus Eisfeld legte Lösungsvarianten vor, wie das Haus saniert und genutzt werden soll. Im September 2008 beschloss der Gemeinderat Föritz einstimmig die Baumaßnahme Bürgerhaus „Roter Ochse“ mit Kultursaal. Aber der Baubeginn zog sich noch hin. Es gab neue gesetzliche Vorschriften, die bei der Generalsanierung beachtet und berücksichtigt werden mussten. Denkmalschutz, Brandschutz, barrierefreier Zugang und WC, Fahrstuhl waren nur Teilauflagen. Unterstützung kam vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) Meiningen, die das Konzept der Ortskerngestaltung überzeugte. Es wurde als besonders förderwürdig eingestuft. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro. Aus dem Programm Dorferneuerung konnten 627.000 Euro in Anspruch genommen werden.

Bürgermeister Rosenbauer zeigte bei einem Rundgang mit den amadeus-Redakteuren auf, dass es beim „Roten Ochsen“ um die Rekonstruktion eines Altbaus geht. „Wir mussten die Lehmbauweise erhalten und die alten Holzbalken wurden in die Dachkonstruktion integriert“. Auch, dass zukunftsweisend, ökonomisch und energetisch gebaut wurde, machte Rosenbauer deutlich. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass die warme Luft der Heizung wieder zugeführt wird und nicht nach draußen gelangt. Die Wärmedämmung erfolgte innen, um die Fassade zu erhalten. Eine Fluchttreppe aus dem Obergeschoss, in dem sich der große Kultursaal befindet, wurde für mehr Sicherheit angebaut.

 

Neue Heimat für die Vereine

Der Föritzer Ortsteil Mupperg hat zahlreiche Vereine, die jetzt das neue Bürgerhaus nutzen können. Der Feuerwehrverein hat seinen eigenen Bereich mit Schulungs- und Versammlungsraum und einem eigenen Zugang. Auch stehen für weitere Vereinstätigkeiten Räume zur Verfügung, die über den separaten Eingang erreichbar sind. Die Blaskapelle hat einen eigenen Proberaum mit separatem Raum für die Instrumente. Allen Vereinen wird die Möglichkeit geboten, das Bürgerhaus „Roter Ochse“ zu nutzen. Für Festlichkeiten aller Art können Räume gemietet werden, betont Bürgermeister Rosenbauer, der es gern sieht, wenn hier Leben einzieht. Der Saal hat eine Kapazität für 200 Personen. Auch sollen im „Roten Ochsen“ Trauungen durch einen Standesbeamten durchgeführt werden. In der benachbarten Kirche kann sich das Brautpaar noch den kirchlichen Segen einholen. Und die Hochzeitsfeier findet dann wieder im „Roten Ochsen“ statt.

 

Was Du ererbt von Deinen Vätern . . .

Bei der offiziellen Feierstunde mit der thüringischen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, an der auch zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik der angrenzenden Kommunen teilnahmen, zeigte der Ehrengast mit einem Zitat von Goethes auf: „Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“, wie wichtig es sei, altes zu erhalten und zu bewahren. Und sie ging weiter darauf ein, dass die Balken des Gebäudes noch wesentlich älter seien als das Bauwerk. Sie dankte dem Engagement des Bürgermeisters und des Gemeinderats, aber auch den zahlreichen Handwerkern, die an dieser Sanierung beteiligt waren. Das Bürgerhaus in Mupperg sei ein Denkmal in Thüringen, das eine sehr gelungene Rekonstruktion erfahren durfte. Lieberknecht hofft, dass dem Haus, „ihrem Haus“, viel Leben eingehaucht wird. Auch Landrätin Christine Zitzmann, die ein freundschaftliches Verhältnis zur Ministerpräsidentin unterhält, zeigte auf, dass es wohl in erster Linie dem Engagement und der Beharrlichkeit des Bürgermeisters Roland Rosenbauer zu verdanken sei, „dass wir heute dieses wunderschön sanierte Haus feierlich seiner Bestimmung übergeben können“. che